Die SES-Daten ermöglichen die Berechnung der Bruttostundenlöhne auf der Grundlage der erhobenen Bruttomonatslöhne und der gemessenen Arbeitszeiten. Die Informationen, die sie über die Verdienste liefert, verwenden den Monat April des Jahres 2014. Die SES-Daten ermöglichen es uns, die Gesamtüberstundenvergütung (einschließlich Überstundenprämien) und die Summe anderer Prämienzahlungen (für Schichtarbeit, Nachtarbeit und Arbeit an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen) getrennt zu identifizieren. Wir verwenden den Gesamtenbruttoverdienst, ohne Überstundenlohn und ohne jährliche Boni, als Hauptvariable, um den Bruttostundenlohn zu berechnen. Die Erhebung über die Arbeitszeit im SES 2014 bezieht sich auf unterschiedliche Arbeitszeitkonzepte im Bezugszeitraum April 2014. Erstens sammelt sie Informationen über die regulären Wochenarbeitszeiten. Dies bezieht sich gegebenenfalls auf die im Arbeitsvertrag vereinbarten Arbeitszeiten. Zweitens werden monatlich bezahlte Arbeitszeiten (ohne Überstunden) erhoben. Drittens werden die Unternehmen nach den monatlichen Überstunden ihrer Mitarbeiter gefragt, die überstunden gezahlt werden. Wenn Unternehmen keine Angaben zu den bezahlten Monatsstunden machen, werden diese Stunden anhand der vertraglich vereinbarten Wochenarbeitszeit multipliziert mit der Wochenzahl pro Monat angenähert (Statistisches Bundesamt 2016a). Wir verwenden in dieser Studie monatlich bezahlte Arbeitsstunden ohne bezahlte Überstunden, um die monatliche Arbeitszeit zu berechnen und unsere Zahl für den Bruttostundenlohn zu erhalten, indem wir den Gesamtenbruttoverdienst durch die monatliche Arbeitszeit dividieren (Mindestlohnkommission 2018: 32 f.). 2 Bachmann, R., Frings, H.: Monopsonistischer Wettbewerb, Niedriglohnmärkte und Mindestlöhne – eine empirische Analyse.

Appl. Econ. 49(51), 5268–5286 (2017) Hypothese 11: Mindestlohnbeschäftigte konzentrieren sich stärker im Dienstleistungssektor als im verarbeitenden Gewerbe. Möller, J.: Mindestlöhne in der deutschen Industrie – was sagen uns die bisherigen Erkenntnisse? J. Arbeitsmarktres. 45(3/4), 187–199 (2012) Je nach Leistung der Unternehmen können die regelmäßigen jährlichen Bonuszahlungen in einigen Sektoren des verarbeitenden Gewerbes sowie im Geschäftsbankensektor variieren (siehe Tabelle 4). In der Regel legen die Geschäftsführung und der Betriebsrat, falls vorhanden, die genaue Höhe des Jahresbonus ab. Besteht kein Betriebsrat, so ermöglichen die Tarifverträge Vergleiche mit einzelnen Arbeitnehmern oder alternative Formen der Arbeitnehmervertretung. Letztere wurden in vielen Unternehmen gegründet (DE0707049I). Während es in anderen europäischen Ländern seit einiger Zeit Mindestlohnregelungen gibt, wurde der erste bundesweite Mindestlohn in Deutschland erst 2014 nach dem Mindestlohngesetz verabschiedet. Zuvor hatte sich das Land vor allem auf Gewerkschaften und Unternehmensgruppen verlassen, um Mindestlöhne festzulegen.

Ein wesentlicher Faktor bei Niedriglohnarbeit ist, ob der Arbeitnehmer einerseits fest oder regelmäßig ist oder befristet ist oder befristet arbeitet. Befristete und befristete Beschäftigung ist als Instrument der externen Flexibilität des Personals gedacht, das es dem Arbeitgeber ermöglicht, schnell auf Nachfrage- und Produktionsschwankungen zu reagieren (Brehmer/Seifert 2008). Zeit- und Befristete Arbeitnehmer erfüllen meist Routineaufgaben (Dütsch/Struck 2011) und sind “Außenseiter” auf dem Binnenmarkt, die nicht die gleichen strengen Qualifikationen wie Stammbeschäftigte erfüllen mussten und in ihren Betrieben in der Regel schlechtere Positionen bekleiden (Cahuc et al. 2014: 883). Nach der Humankapitaltheorie sind die Qualifikationen und Fähigkeiten des Einzelnen eng mit seiner Produktivität verbunden (Becker 1962, 1975; Mincer 1962; Oi 1962). Ein höherer Bestand an Humankapital führt daher zu besseren Karrierechancen und höheren Löhnen. Die Höhe der Akkumulation des Humankapitals wird als ein wichtiger Faktor für die Erklärung sozialer Ungleichheiten angesehen. Bezogen auf den Humankapitalansatz gehen wir davon aus: OECD (2018), Lohnniveau (Indikator).

Abrufbar unter: www.oecd-ilibrary.org/employment/wage-levels/indicator/english_0a1c27bc-en [Abfragedatum: 07. 09.2018].